Kurz gesagt
Warum
Die Weidewirtschaft trägt zur biologischen Vielfalt, zur Landschaftspflege und zur Entwicklung ländlicher Gebiete bei, steht jedoch vor entscheidenden Herausforderungen wie dem Generationswechsel, dem Klimawandel und dem Mangel an fachlicher Ausbildung.
Wann
Von November 2025 bis April 2028
Was
EU4SUPA entwickelt innovative Bildungsinstrumente und fördert den Wissensaustausch, um eine nachhaltige Weidewirtschaft in Europa zu stärken
Wo
Spanien, Österreich, Rumänien, Bulgarien, Italien
- Die ökologische Nachhaltigkeit in das tägliche Weidemanagement integrieren.
- Die berufliche Aus- und Weiterbildung im Bereich der Schafhaltung optimieren.
- Die Kompetenzen der Hirt:innen und der wichtigsten Akteure im Bereich der Weidebewirtschaftung stärken.
- Traditionelles ökologisches Wissen bewahren und weitergeben.
- Die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im ländlichen Raum und den Weidebewirtschafter:innen fördern.
- Die Attraktivität der Schafhaltung als nachhaltigen Beruf steigern.
- Die Umweltauswirkungen der Weidewirtschaft auf die Artenvielfalt und die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme bewerten.
Wissensbildung erfolgt durch:
- Labore (Pasture and Rangeland Labs): Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen vor Ort stehen Hirt:innen, Tierhalter:innen und andere Akteure, um praktisches und traditionelles Wissen auszutauschen und lokale Innovationen im Zusammenhang mit der nachhaltigen Bewirtschaftung von Weidesystemen kennen zu lernen. So können zukünftige Kooperationsnetzwerke zwischen Betrieben, Gemeinden und Interessengruppen etabliert werden.
- Co-Creation-Workshops: Die Co-Creation-Workshops fördern den Dialog zwischen lokalem Wissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Im Rahmen partizipativer Austauschrunden diskutieren die Teilnehmer:innen Herausforderungen und Chancen der modernen Schafhaltung, ermitteln Bildungsbedarfe und identifizieren Wissenslücken, die im Rahmen des Projekts reduziert werden sollen.
- Dokumentation bewährter Verfahren: Im Rahmen des Projekts werden bewährte europäische Verfahren im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit der Schafhaltung ermittelt, analysiert und dokumentiert. Jedes Verfahren wird anhand von Arbeitsprotokollen, messbaren Indikatoren und erzielten Ergebnissen beschrieben, wodurch eine gemeinsame Wissensbasis geschaffen wird, die auf verschiedene territoriale Kontexte übertragbar ist.
Das gesammelte Material wird zur Erstellung eines Ausbildungsprogramms von 120 Stunden zum Thema nachhaltige Schafhaltung verwendet, das angelehnt an die EQF-Stufe 4 konzipiert und in den europäischen GreenComp-Rahmen integriert wird.
Die im Rahmen der Living Labs, der Workshops und der Analyse bewährter Praktiken gesammelten Erkenntnisse fließen in einen Lehrgang ein, der traditionelles und wissenschaftliches Wissen miteinander verbindet und Themen wie ökologische Nachhaltigkeit, Biodiversität, Weidemanagement und Anpassung an den Klimawandel behandelt. Ziel ist es, konkrete Instrumente bereitzustellen, um die Kompetenzen der Viehhalter:innen zu stärken und die Attraktivität des Weidewirtschaftssektors zu steigern.
Der interaktive Weiterbildungskurs wird über eine benutzerfreundliche Online-Plattform frei zugänglich gemacht. Dabei unterstützen digitale Tools das selbstständige Lernen und ermöglichen, dass die Inhalte in verschiedenen regionalen und bildungsbezogenen Kontexten genutzt werden können.
Das Programm wird in zwei Regionen Spaniens sowie in Italien, Österreich, Bulgarien und Rumänien getestet. Beteiligt sind Hirten und Hirteninnen, Viehzüchter und Viehzüchterinnen, Berufsausbilder und Berufsausbilderinnen sowie Nachhaltigkeitsexperten und -expertinnen, mit dem Ziel, die Qualität der Inhalte, die Funktionalität der digitalen Plattform und die Eignung des Kurses zur Erfüllung der tatsächlichen Anforderungen des Hirtenwesens zu bewerten.
In der Pilotphase wird die Wirksamkeit der Fortbildungsmaßnahmen in verschiedenen regionalen Kontexten überprüft, wobei quantitative und qualitative Daten mithilfe von Fragebögen, Selbstbewertungsinstrumenten, Interviews und Rückmeldungen der Teilnehmer erhoben werden. Dabei werden Aspekte wie der Erwerb von Kompetenzen, der Grad der Einbindung, die Zugänglichkeit der Inhalte und die Benutzerfreundlichkeit der Plattform analysiert.
Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse wird die Partnerschaft Verbesserungen an den Unterrichtsmaterialien, den digitalen Tools und den Ausbildungsmethoden vornehmen und so sicherstellen, dass das Programm wissenschaftlich fundiert, benutzerfreundlich und an die verschiedenen europäischen Kontexte anpassbar ist.
- Landwirt:innen, Hirt:innen, Viehzüchter:innen, Mitarbeiter:innen von Genossenschaften und Zuchtorganisationen
- Einrichtungen, die berufliche Bildung und Hochschulbildung anbieten, z. B. Landwirtschaftsschulen usw.;
- Lokale Gemeinschaften;
- Regionale, lokale, nationale und internationale Behörden;
- Weitere Organisationen, die die Landwirtschaft unterstützen (Verbände, Kammern usw.);
- Forschungseinrichtungen und Expert:innen im Umweltbereich, wie beispielsweise Fachleute für nachhaltige Landwirtschaft, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die ländliche Entwicklung;
- Allgemeines Publikum mit Interesse an der Schafhaltung.
Das Netzwerk wird die langfristige Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen, Schafhalter:innen, Forscher:innen sowie relevanten Institutionen erleichtern und dafür sorgen, dass bewährte Verfahren im Bereich der nachhaltigen Weidewirtscahaft kontinuierlich ausgetauscht und in Ausbildungsprogramme sowie in rechtliche Rahmenbedingungen integriert werden.
Erasmus+ ist das Programm der Europäischen Union zur Förderung von Bildung, Ausbildung, Jugend und Sport.
Erasmus+ unterstützt Organisationen, Bildungseinrichtungen, Ausbildungsstätten, Unternehmen und Verbände durch Projekte, die lebenslanges Lernen, Mobilität, länderübergreifende Zusammenarbeit und den Austausch bewährter Verfahren fördern. Alle Aktivitäten des Programms tragen zu den Zielen der Europäischen Union in den Bereichen soziale Inklusion, grüner Wandel, digitale Transformation und aktive Bürgerbeteiligung bei.
Der Bereich Vocational Education and Training (VET) umfasst die berufliche Bildung, d. h. alle Aktivitäten, die darauf abzielen, praktische, technische und berufliche Kompetenzen zu entwickeln, die vom Arbeitsmarkt und von der Gesellschaft gefordert werden.
Im Rahmen von Erasmus+ fördert die berufliche Bildung die Zusammenarbeit zwischen Berufsbildungseinrichtungen, Unternehmen, Forschungszentren, Organisationen der Zivilgesellschaft und öffentlichen Behörden, um neue Ausbildungswege, innovative Methoden und didaktische Instrumente zu entwickeln, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Regionen und Wirtschaftssektoren gerecht werden.
Die Berufsbildungsprojekte fördern darüber hinaus:
- das Lernen durch praktische Erfahrung;
- die Stärkung der grünen und digitalen Kompetenzen;
- soziale Inklusion und Chancengleichheit;
- die Zusammenarbeit zwischen Bildung und Arbeitswelt;
- die Anerkennung und Aufwertung beruflicher Kompetenzen auf europäischer Ebene.
Living Labs & Workshops
Thematische Workshops und partizipative Veranstaltungen, um Erfahrungen, traditionelles Wissen und Innovationen zu sammeln und weiterzugeben
SPANIEN, Andalusien | FMM

Hunde
Inwiefern können die Aufzucht und Ausbildung von Hunden (Hüt- und Wachhunde) einen positiven Beitrag zur nachhaltigen extensiven Schafhaltung leisten?
ÖSTERREICH | HAUP

Anpassung an den Klimawandel
Wie kann das sich extensive Schafhaltung durch strategische und operative Planung und Steuerung an die negativen Auswirkungen des Klimawandels anpassen bzw. dem Klimawandel entgegenwirken?
RUMÄNIEN | AgromRO

Diversifizierung der Einkommensquellen durch nachhaltige Schafprodukte
Wie können Schafhalter:innen , die extensive Weidewirtschaft betreiben, ihr Einkommen unter Berücksichtigung der Grundsätze der Nachhaltigkeit diversifizieren?
SPANIEN, Kastilien und León | Cesefor

Wildtier- und Raubtiermanagement
Wie können Schäfer:innen die Bedrohungen und Auswirkungen von Raubtieren und Nahrungskonkurrenten auf ihre Herden effektiv und effizient bewältigen und dabei die Gesellschaft und die Umwelt schonen?
BULGARIEN | PLOVDIV

Die Stärke der Gruppe.
Wie können Schafhalter:innen zusammenarbeiten, ihr Wissen austauschen und sich gemeinsam für die extensive Schafhaltung einsetzen, um so den politischen Entscheidungsprozess, die öffentliche Meinung und ihre eigene wirtschaftliche Lage positiv zu beeinflussen?
ITALIEN | DREAm

Weidebewirtschaftung
Inwiefern können verschiedene Weidemanagementsysteme zur Bereitstellung von Ökosystemleistungen beitragen und gleichzeitig wirtschaftlich tragfähige Lebensgrundlagen für Schafhalter:innen bzw. Hirt:innen sichern?
Lehrgang
Im Rahmen von EU4SUPA wird ein europaweiter Lehrgang zum Thema nachhaltige Weidewirtschaft entwickelt, der darauf abzielt, die Kompetenzen von Menschen die bereits in der Schafhaltung tätig sind, zu stärken und Berufseinsteiger:innen das nötige Wissen dafür zu vermitteln. Der Lehrgang wird traditionelles Wissen, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Instrumente miteinander verbinden, um die wichtigsten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen bewältigen zu können.
Das Bildungsprodukt wird im Rahmen eines Blended-Learning-Ansatzes durchgeführt, der Online-Lernen und praktische Aktivitäten miteinander verbindet. Die Teilnehmenden erhalten Zugang zu einer digitalen Plattform mit multimedialen Inhalten, herunterladbaren Materialien, Übungen, Selbstbewertungen und offenen Bildungsressourcen, ergänzt durch Gelegenheiten zum Austausch und zum erfahrungsorientierten Lernen.
Im Laufe des Jahres 2027 werden die erstellten Materialien zur Verfügung gestellt: Schulungsmodule, Leitfäden, bewährte Verfahren, didaktische Instrumente und weitere nützliche Ressourcen zur Vertiefung der Themen nachhaltige Weidebewirtschaftung, Biodiversität, Klimaresilienz und Entwicklung des ländlichen Raums.
Bleiben Sie auf dem Laufenden, um keine Neuigkeiten zu verpassen!
News
Artikel zum Projekt
Hier finden Sie die neuesten Nachrichten zu den Themen des Projekts












